Der "Kaelble-G" (DAHES) aus 1982
letztes Update: 03.08.2012
Die Firma
Kaelble aus
Backnang (Raum Stuttgart) war und ist vielen bekannt u.a. als Hersteller von
Baumaschinen,
Nutzfahrzeugen, Radladern, Muldenkippern sowie Sonderfahrzeugen (z.B. für die
Deutsche Bundesbahn). Wer mehr
über die faszinierende Historie und den Niedergang des schwäbischen
Traditionsunternehmens erfahren möchte, sollte
bei Wikipedia
vorbeischauen, oder sich das hervorragende
Buch zur Geschichte (erzählt aus erster Hand)
besorgen.
Mein Dank gilt Otfried Jaus, ohne den ich vom "Kaelble-G" (DAHES) vermutlich nie erfahren hätte!

(C) Kaelble / Stroh-Verlag, Backnang
Die Story zum Bild in Kurzform - wer mehr wissen will, kauft bitte das
Buch!
Kaelble gehörte 1982 bereits den Libyern. Diese
waren vom Produktangebot im schweren Transportbereich (Panzer-Transporter, etc.)
schwer
angetan, und forderten von Kaelble 1982 die Quadratur des Kreises: Man erwartete
innerhalb von drei Wochen die Entwicklung und
Prototypen-Produktion eines geländetauglichen Fahrzeugs für die Personen-,
Kranken- und Güterbeförderung. Weitere 1.000 Stück sollten
innerhalb weiterer sechs Wochen gefertigt werden. Nachdem bei Kaelble jedem klar
war, dass diese Forderung völlig utopisch war, wandte
man sich zunächst an Porsche, kurz darauf an Mercedes.
Wenig später teile Porsche Kaelble und damit indirekt den Libyern mit, dass bei
solch einem Projekt mit einer tatsächlichen Entwicklungszeit
von mindestens vier Jahren und weiteren 2-3 Jahren Erprobungszeit gerechnet
werden müsse. Kaelble hatte nun die Idee, zwei G-Fahrgestelle
bei "einer Firma aus dem Remstal für Spezialkrankentransporter" (ich gehe davon
aus, dass Binz gemeint ist) zu
erwerben, die Karosserie mit
Hilfe einer weiteren Firma (Knapp), die auch bisher schon eng mit Kaelble
zusammengearbeitet hatte, so zu modifizieren, dass der G nicht
mehr ohne weiteres als solcher erkennbar war, sonder eher im "Kaelble-Style"
daher kam.
Die Rechnung schien im wahrsten Sinne des Wortes aufzugehen, denn Kaelble
verkaufte die zwei "DAHES"-Prototypen (ein 230 GE sowie
einen 300 GD) an die Libyer für damals DM 263.000.-, mit einem Gewinn von circa
DM 200.000.- // Kein schlechtes Geschäft!